Evo­lu­tion

Evo­lu­tion: noch sehr speku­la­tiv, aber unge­heuer spannend

Wir wis­sen noch wenig über die Evo­lu­tion der Gat­tung Parosphromenus. Die auf­fäl­lige Ähn­lichkeit dieser Fis­che durch die gesamte Gat­tung und über einen riesi­gen geografis­chen Raum hin­weg, bei der nur die bei­den schlanken For­men parvu­lus und ornat­i­cauda sicht­bar „aus der Reihe tanzen“, hat lange Zeit bis zur Ent­deck­ung einiger deut­lich abwe­ichen­der For­men die Ver­mu­tung genährt, dass es sich nur um eine einzige Art han­deln würde („deissneri“).

Die Erk­lärung legt eine evo­lu­tion­s­the­o­retis­che Hypothese nahe, die im Falle einer eben­falls aquar­is­tisch bedeu­ten­den Pflanzen­gruppe aus teil­weise dem gle­ichen Areal, den Cryp­to­co­ry­nen, wegen der dort weit fort­geschrit­te­nen genetis­chen Forschung bere­its besser belegt wer­den kon­nte: die Entste­hung einer Arten­vielfalt durch adap­tive Radi­a­tion. Damit beze­ich­net man die genetisch isolierende Wirkung von ehe­mals ver­bun­de­nen Vorkom­mensge­bi­eten. Wenn diese irgend­wann voneinan­der getrennt wer­den, dann begin­nen in den nun­mehr separi­erten Vorkom­mensge­bi­eten der zunächst iden­tis­chen Aus­gangspop­u­la­tion genetis­che Eige­nen­twick­lun­gen. Die ursprünglich gle­iche Art entwick­elt dann allmäh­lich auch genetisch voneinan­der abge­tren­nte Pop­u­la­tio­nen und schließlich vielle­icht auch Unter­arten und sogar eigen­ständige Arten. Die Flusssys­teme des ehe­ma­li­gen Sun­da­lands sahen früher anders aus als heute. Geol­o­gis­che Vorgänge (Hebun­gen, Senkun­gen etc.) haben Verbindun­gen geschaf­fen oder unter­brochen; das heutige Bild ist eine Momen­tauf­nahme eines an den ver­schiede­nen Orten jew­eils irgendwo in diesem Szenario befind­lichen Evolutionsgeschehens.

Wir ken­nen diese Form der Art­bil­dung im aquar­is­tis­chen Bere­ich von den Cryp­to­co­ry­nen, die beze­ich­nen­der­weise zum Teil im gle­ichen Vorkom­mensge­biet als teil­weise immer noch, teil­weise aber auch nicht mehr hybri­disierende For­men unter­schiedlicher genetis­cher Dis­tanz leben. Bei ihnen ist dies heute bere­its durch die Unter­suchung vieler Gense­quen­zen nachgewiesen. Bei den Pracht­gu­ramis ist es wahrschein­lich nicht anders; wir kön­nen es nur noch nicht beweisen. Ihre auf­fäl­lig ähn­liche For­men­vielfalt zeigt uns aber mit Sicher­heit die Momen­tauf­nahme eines noch immer im Gange befind­lichen Evo­lu­tion­sprozesses: ein kom­plexes Gesamt­bild ver­schiedener Stufen der Artenbildung.

(PF)

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