Gefährdung

Das Über­leben der Pracht­gu­ramis ist nicht gesichert

Heute sind alle Fis­che dieser Gat­tung infolge der ras­an­ten Urwald­ver­nich­tung in Südostasien hochgr­a­dig in ihrer For­tex­is­tenz bedroht. Die Gründe dieser Ver­nich­tung sind die Absicht der Regierun­gen Malaysias und Indone­siens, schein­bar unnützes Land in ökonomisch nutzbares Land umzuwan­deln, vor allem für die Anlage umfan­gre­icher Plan­ta­gen zur Palmöl­pro­duk­tion und die Erzielung von Exporter­lösen aus dem Verkauf wertvoller Tropen­hölzer. Dies führt zur Inanspruch­nahme riesiger Flächen durch die Gewin­nin­ter­essen nationaler und inter­na­tionaler Konz­erne. Daneben gibt es an zweiter Stelle auch nationale Ver­suche, immer mehr Flächen für die all­ge­meine land­wirtschaftliche Nutzung freizustellen. Nach der heute ver­bre­it­eten inter­na­tionalen Kri­tik an der Tropen­holznutzung in Primär­wäldern geschieht dies inzwis­chen immer mehr in eben­falls flächen­in­ten­siven Tropen­holz­plan­ta­gen. Es ist aber vor allem der Landbe­darf der noch heute immer weiter wach­senden Palmölplan­ta­gen, der den entschei­den­den Fak­tor der Urwald­ver­nich­tung und damit auch der Bedro­hung der gesamten davon betrof­fe­nen Flora und Fauna darstellt.

Die langfristi­gen Aus­sichten vor allem der land­wirtschaftlichen Nutzung jener Tropen­bö­den sind sehr schlecht. Ohne mas­sive kün­stliche Dün­gung, für die in den dor­ti­gen Regio­nen das Geld fehlt, sind solche ehe­ma­li­gen Urwald­bö­den nur wenige Jahre frucht– und nutzbar. Den­noch ver­suchen west­liche Düngemit­tel­pro­duzen­ten an Malaysia und Indone­sien ihre Pro­dukte zu verkaufen und es ist zu bekla­gen, dass auch hier­für ein Teil der weni­gen Mit­tel jener Staaten aus­gegeben wird. Denn damit beginnt auch auf den urprünglich olig­otro­phen (nährstof­far­men) Böden jener Erdre­gio­nen der ver­häng­nisvolle Prozess der Eutro­phierung, der in den Indus­tri­es­taaten schon weit fort­geschrit­ten und bisher kaum rück­gängig zu machen ist. Über eutro­phe und hyper­tro­phe Böden aber gelan­gen die über­schüs­si­gen Nährstoffe auch ins Grund­wasser und verur­sachen den Beginn einer ökol­o­gis­chen Katastrophe.

In Hin­sicht ihrer Bedro­hung kann ein Unter­schied zwis­chen den ver­schiede­nen Pracht­gu­rami­arten kaum gemacht wer­den; alle sind im Fortbe­stand hochgr­a­dig gefährdet. Dies gilt umso mehr, als die meis­ten Arten und For­men in begren­zten, teil­weise klein­räu­mi­gen Gebi­eten ohne Anbindung an andere Gewässer­sys­teme vorkom­men. Hier haben sich die ver­schiede­nen Lokalfor­men und Unter­arten entwick­elt, die wir heute noch keineswegs alle ken­nen. Generell ist die Anpas­sungs­fähigkeit dieser Fis­che an anthro­pogen verän­derte Gewässer (Entwässerungskanäle, Straßen­rand­gräben, ev. sogar Teiche) sehr ger­ing, aber bei eini­gen Arten offen­bar bis zu einem gewis­sen Grade vorhan­den. Lediglich die Art P. palu­di­cola, die im äußer­sten Nor­den West­malaysias lebt und sogar in der südlich­sten Region Thai­lands noch vorkommt, scheint in dieser Hin­sicht mit einer größeren Plas­tiz­ität aus­ges­tat­tet zu sein, da sie nicht wie die anderen an extreme Schwarzwasser­biotope gebun­den ist.

Naturschutz ist in Malaysia und Indone­sien von größter Bedeu­tung für die Bewahrung der reichen Bio­di­ver­sität dieser Län­der, aber in der prak­tis­chen Poli­tik hat er bei weitem nicht den Stel­len­wert, den er ver­di­ente. Inter­na­tionale Naturschutzver­bände ver­suchen über Sym­bol­tiere wie den Orang-​Utan MIt­tel zu sam­meln, um Teil­län­dereien aufzukaufen und vor der Zer­störung zu bewahren; dies bet­rifft zum Teil auch Prachtgurami-​Lebensräume, aber zum größeren Teil doch trock­enere und höhergele­gene Gebi­ete im Inneren der Län­der. Die indi­gene Bevölkerung ist noch immer in Gefahr, den Ver­sprechun­gen der Konz­erne, die ihre Heimat zer­stören, zu erliegen, weil diese Arbeit­splätze und Wohl­stand ver­sprechen — eine Aus­sicht nur für ganz wenige. Immer mehr macht sie auf und bemerkt, dass die ver­meintliche bessere Zukunft tat­säch­lich eine schlechtere ist. An manchen Orte wer­den bere­its die Gerichte angerufen, weil die Men­schen sich zu wehren begin­nen. Doch es ist noch ein langer Weg bis zu einem wirkungsvollen Land­schafts– und Naturschutz und man muss bei real­is­tis­cher Betra­ch­tung befürchten, dass bis dahin noch sehr viel ver­loren gehen wird. Die meis­ten Pracht­gu­ramis kön­nten zu den ersten Opfern gehören.

(PF)

 The destroyed type locality of P. tweediei nearby Sri Bunian (photo C.Hinz) A creek near Kampung Parit Bahru where P. tweediei can't be found anymore (Photo C.Hinz) A destroyed habitat of P. tweediei near Pekan Nanas (Photo C.Hinz) Rubbish at a previous habitat of P. tweediei (Photo C.Hinz)

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