Poli­tik

Die Prachtgurami-​Aquaristik führt zwangsläu­fig zur Politik

Die Aquar­is­tik ist zum aller­größten Teil ein unpoli­tis­ches Hobby. Die meis­ten Aquar­i­aner denken beim Anblick ihres Aquar­i­ums nicht an Poli­tik. Auch viele Aquar­i­aner, die Fis­che hal­ten und züchten, welche in der Natur gefährdet sind, blenden die poli­tis­chen Bezüge aus. Tat­säch­lich gibt es sie aber, und auf dieser Web­site wer­den sie nicht ausgeblendet.

Die Gefährdung der Pracht­gu­ramis hat keine natür­lichen Ursachen, son­dern kul­turelle. Es ist die men­schengemachte und –gewollte Zer­störung der südostasi­atis­chen Feuch­tur­wälder, die sie verur­sacht. Es ist nicht die authen­tis­che Kul­tur jener Völker, die hier­für ver­ant­wortlich ist, son­dern der glob­ale Siegeszug der Ideen von Fortschritt, Entwick­lung und Wohl­stand, wie sie die west­lichen Indus­tri­es­taaten bis heute geprägt haben. Der Ver­such, Armut und Benachteili­gung durch eine ökonomis­che Entwick­lung zu bekämpfen, die große Naturz­er­störun­gen mit sich bringt, ist heute eine weltweite poli­tis­che Strate­gie. Ger­ade in den „reichen“ Län­dern dieser Erde, etwa in Europa oder in Japan, kann man die Fol­gen besichti­gen. Hier ist nur noch wenig zu ret­ten. Im großen Stil prak­tizieren Schwellen­län­der wie Indien oder China diese ökonomisch induzierte Zer­störung ihrer Natur und Land­schaft. Am meis­ten aber lohnt es sich, die bet­te­lar­men Län­der der drit­ten Welt dabei zu unter­stützen, einen neuen Weg zu gehen. Die Regierun­gen von Län­dern wie Malaysia oder Indone­sien – die Heimatlän­der der Pracht­gu­ramis – sehen heute noch ihre großflächi­gen Urwal­dre­gio­nen als ver­lock­ende Poten­tiale, sie zu ökonomisch nutzbarem Land umzugestal­ten. Dabei opfern sie ihren eigentlichen Reich­tum, die uner­messliche Vielfalt der Bio­di­ver­sität ihrer Natur­räume – man kann auch sagen: die Heimat ihrer indi­ge­nen Bevölkerung – der vagen Hoff­nung, dass sich dies für sie auszahlt.

Prachtgurami-​Aquarianer stoßen zwangsläu­fig auf diese Zusam­men­hänge. Sie kön­nen sie nur bewusst aus­blenden oder aber sehen wollen. Das Parosphromenus-​Project plädiert entsch­ieden für let­zteres. Unser Motto „informieren und net­zw­erken“ bedeutet also erstens, uns selbst und auch die Men­schen in jenen Län­dern über die Zusam­men­hänge zu informieren, die diese Zer­störung möglich machen. Es bedeutet zweit­ens, auf diese Weise Netze zwis­chen uns und ihnen zu knüpfen, die dazu beitra­gen sollen, die weit­ere Zer­störung durch Bewusst­sein­ser­weiterung und Sol­i­dar­ität zu erschw­eren. Natür­lich geht es dabei nicht nur um die Pracht­gu­ramis. Es geht um die Erhal­tung möglichst großer Reste der Regen­wälder, der wertvollen Feucht­ge­bi­ete, ihrer ein­ma­lig reichen Bio­di­ver­sität und – ganz all­ge­mein – eines bedeu­ten­den Naturerbes der gesamten Men­schheit, beson­ders aber der Heimat der dort leben­den Menschen.

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