Die Pracht­gu­ramis (Gat­tung Parosphromenus Bleeker)

Hier geben wir in einer Reihe von Kapiteln Auskunft über diese Fis­chgruppe: ihre Ent­deck­ung, ihre Heimat, und ihre Bedro­hung. Vor allem stellen wir die einzel­nen heute von der Wis­senschaft anerkan­nten Arten vor, sagen, wie man sie erkennt und was ihre Beson­der­heiten sind. In kürz­erer Form stellen wir aber auch die meis­ten der bisher bere­its gefun­de­nen weit­eren For­men vor, bei denen meis­tens noch unklar ist. welchen Sta­tus sie besitzen: Sind es bere­its eigen­ständige Arten, sind es Unter­arten oder sind es nur lokale Vari­anten einer bes­timmten Art? Wir wis­sen es noch nicht. Auch das macht die Pracht­gu­ramis so spannend.

P. spec. Langgam (photo Martin Fischer)

Wir haben es mit einer ziem­lich homo­ge­nen Fis­chgruppe zu tun, deren aquar­is­tis­che Rät­sel zwar heute großen­teils gelöst sind, die uns aber in wis­senschaftlicher Hin­sicht noch viele Fra­gen aufgeben: Wie sind sie ent­standen? Wie erk­lären sich ihre Ähn­lichkeit, wie ihre Unter­schiede? Welche For­men und Arten ken­nen wir möglicher­weise noch nicht? Kön­nen die Män­nchen der Arten, bei denen wir es nicht oder kaum schaf­fen, die Weibchen zu unter­schei­den, z.B. bei vie­len For­men der bin­tan– oder harveyi.Gruppe, dies besser als wir? Oder paaren sie sich auch mit anderen Weibchen? Teil­weise ist dies nachgewiesen­er­maßen der Fall, aber was besagen solche Bruten? Sys­tem­a­tis­che Unter­suchun­gen hierzu gibt es bisher nicht. Sicher scheint, dass die Prozesse der Art­bil­dung bei vie­len Paro­for­men noch voll im Gange sind. Bei anderen sind sie abgeschlossen. Es ist noch viel Raum für Forschung.

Und es ist nicht mehr viel Zeit. Alle Arten und For­men sind infolge ihrer Bindung als Schwarzwasser­sümpfe im Urwald hochgr­a­dig bedroht. Oft sind nur noch Rest­sümpfe vorhan­den und manche Arten vesuchen in Straßen­rand­kanälen und teichar­ti­gen Struk­turen zu über­leben. Alle Paros sind näm­lich urspünglich Fließwasser­be­wohner. Zwar bewohnen sie kein reißen­des, stark strö­mendes Fließwasser, aber stag­nierende Wasserkör­per ohne Wasser­aus­tausch mei­den sie. Den­noch hal­ten sie in solchen meist men­schengemachten Struk­turen oft lange aus, wenn die Tropen­re­gen eine gewisse Wasser­erneuerung garantieren.

Wegen ihrer Klein­heit wer­den Pracht­gu­ramis in ihren natür­lichen Leben­sräu­men von vie­len Räu­bern im Wasser und außer­halb gejagt. Ver­schiedene Rei­her und Eisvögel tun dies ebenso wie Schlangenkopff­is­che oder große Gar­ne­len. Die Masse der Jung­fis­che ist ohne­hin Nahrung für andere. Der sehr wenig ins Gewicht fal­l­ende, geringe Fang von Pracht­gu­ramis für Exportzwecke bedroht keinen Bestand. Er ist ohne­hin nur in den weni­gen Wochen nach der alljährlichen Laichzeit möglich, wenn die Wasser­stände niedrig und die Jung­fis­chzahlen hoch sind. Die wirk­liche Bedro­hung ist die großflächige Zer­störung der Biotope durch Trock­en­le­gung, Bran­dro­dung, Holzein­schlag und Plan­ta­gen­nutzung. Hier muss ein Umdenken sehr bald erfol­gen, wenn uns einige Arten noch länger erhal­ten bleiben sollen. Das Parosphromenus-​Project bemüht sich darum, auch auf diesem Gebiet Ein­fluss zu nehmen.

(PF)

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