gunawani

Parosphromenus gunawani

Schindler & Linke 2012

Erst­beschrei­bung: Ingo Schindler/​Horst Linke, Zwei neue Arten der Gat­tung Parosphromenus (Fam­i­lie: Osphromemi­dae) aus Suma­tra. Ver­te­brate Zool­ogy 62(3), 2012, p. 399406.

Merk­male:Pracht­gu­ramis des bintan-​harveyi-​Typs.
Die Gesamtlänge beträgt max. 2.77 cm (Wild­fänge), 4,5 cm (im Aquar­ium gehal­tene Exemplare).Flossenformeln: Dor­sale: XI-​XIII, 58, total 1819, Anale: XI-​XII, 810, total 2022.
Im Aquar­ium gehal­tene Exem­plare entwick­eln im Ver­gle­ich zu anderen Pracht­gu­ramis des Bin­tan­typs einen sehr kräfti­gen Kör­per­bau.
Sie zeigen ein vorne bräun­liches und hin­ten schwarzes Band unter­halb der Kör­per­mitte, es fehlt ein Fleck auf der kör­per­na­hen Schwanzflosse, es sind rötlich-​braune Bän­der auf den analen und dor­salen Flossen zu sehen.
Die Bauch­flossen zeigen eine leuchtend-​bläuliche Farbe, das Fil­a­ment ist dun­kler.
Die Brust­flosse ist durch­scheinend. (Schindler/​Linke).
Die Weibchen ähneln sehr den Weibchen des gle­ichen Typus.

Ähn­liche Arten: Andere Arten des bintan-​harveyi-​Typus kön­nten für P.gunawani gehal­ten wer­den, wenn sie noch nicht ganz aus­gewach­sen sind.
P.bintan sind die einzi­gen Arten, die als adulte Tiere mit P.gunawani ver­wech­selt wer­den kön­nten, aber P.gunawani unter­schei­det sich deut­lich durch den kräftigeren Kör­per­bau und die far­bigen Bän­der in den unpaaren Flossen der Män­nchen. Diese sind nicht zu verwechseln.

Vorkommen/​Verbreitung: Der einzige bekan­nte Fun­dort Danau Rasau liegt im Nord-​Osten der Prov­inz Jambi auf der indone­sis­chen Insel Suma­tra. Das Habi­tat ist ein Torf­moor mit einem flachen Teich (Wasser­tiefe zwis­chen 30 und 100 cm). Das Wasser ist dunkel­braun. Die Tem­per­atur liegt bei 29C, pH Wert 4,1 und Leitwert 30 Microsiemens/​cm. (Schindler/​Linke).

Bedro­hung der Art: Wegen der sehr lokalen Ver­bre­itung wahrschein­lich hoch. Die recht inten­sive Fis­cherei durch Anwohner des Ufers des Stausees stellt weniger eine Gefahr dar, wohl aber die mögliche Beein­träch­ti­gung des Schwarzwasserzu­flusses, der ihn speist, durch Verän­derun­gen der Land­nutzung und weit­erge­hende Urwaldrodung.

Entdeckung/​Erstimport:
Der Fisch ist im Rah­men einer aus­gedehn­ten Expe­di­tion seines Ent­deck­ers Horst Linke, die ihn speziell zwecks Auffinden neuer Paro-​Arten und –Vorkom­men 2008 nach Suma­tra geführt hat und auf der u.a. auch P. phoeni­cu­rus ent­deckt wor­den ist, noch im gle­ichen Jahr pri­vat nach Europa importiert und an Ken­ner der Gat­tung verteilt wor­den. Ein unzweifel­hafter kom­merzieller Ex– bzw. Import hat bisher nicht stattge­fun­den. Die Art ist aber in den neun­ziger Jahren schon ein– oder zweimal pri­vat nach Europa importiert und damals als „spec. Jambi“ oder „Jambi I“ beze­ich­net wor­den.

Han­del: In den let­zten Jahren nach der Erst­beschrei­bung haben Expor­teure von Zier­fis­chen aus Südostasien gunawani mehrfach auf ihren Lis­ten aufge­führt, aber es gibt keinen Beweis der kor­rek­ten Iden­ti­fika­tion oder der exak­ten Herkunft, freilich auch keinen Gegen­be­weis. Gele­gentlich beige­fügte Fotos reichen nicht aus. Zier­fis­chhändler neigen dazu, möglichst oft „neue Arten“ anzu­bi­eten, um das Geschäft zu beleben.

Haltung/​Zucht: Finke hat Wildtiere des Linkeschen Imports erhal­ten und ohne Schwierigkeiten mit den an den ver­wandten Arten bewährten Meth­o­den nachgezüchtet. Mit den Stan­dard­w­erten sehr weichen, sauren Wassers (Orig­nal fun­dort: 30 µS und pH 4.1) und einer abwech­slungsre­ichen kräfti­gen Füt­terung wird man auch hier Erfolg haben. Die Herkunft aus einem von kräftigem Fließwasser durch­strömten Staute­ich spricht dafür, auch bei dieser Art für eine Wasser­be­we­gung zu sor­gen. Allerd­ings war auch eine Ver­mehrung in einem Becken, in dem diese fehlte, gut möglich.

Ver­hal­ten, Beson­der­heiten: Balzt wie die ver­wandten Varietäten/​Arten mit dem Kopf nach unten. Finke hatte in einem kleinen, allerd­ings stark ver­krauteten 12 Liter-​Becken keine größeren Prob­leme, eine gewisse Anzahl von Jung­fis­chen gemein­sam mit den Alt­tieren aufzuziehen, bis die Jung­fis­che ür das kleine Becken zu groß wur­den.

PF

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