pahuen­sis
Parosphromenus pahuen­sisP. pahuensis male Copyright Stefanie Rick

Kot­te­lat & Nd 2005

Erst­beschrei­bung: Diag­noses of six new species of Parosphromenus (Teleostei: Osphrone­mi­dae) from Malay Penin­sula and Bor­neo, with notes on other species. The Raf­fles Bul­letin of Zool­ogy 2005 Sup­ple­ment No. 13: 101113.

Iden­ti­fika­tion­s­merk­male: Gesamtlänge max. 4,0 cm. Flossen­formeln: Dorsale:XII-XIV, 77, total 1920, Anale: XIII-​XIV, 69, total 2022. Beide Part­ner weisen getüpfelte unpaare Flossen und auf den Kör­per­seiten 03 (oft 2) hin­tere­inan­der liegende dicke schwarze Flecken auf; sie ähneln hierin der Art P. linkei. Neben diesen besitzen nur manche Vari­etäten von P. palu­di­cola solche Seitenflecken.Allerdings besitzt die Cau­dale auch beim männlichen Tier kein Fil­a­ment wie bei linkei, son­dern ist abgerun­det wie beim Weibchen. Die Unter­schei­dung der Geschlechter kann deshalb manch­mal schwierig sein, zumal auch die Zeich­nung der unpaaren Flossen in bei­den Geschlechtern ähn­lich ist: auf braun­rötlichem bis kräftig rotem Grund sind sie in voller Aus­dehnung weiß-​silbrig getüpfelt; die für viele Pracht­gu­ramis typ­is­chen Leucht­bän­der in diesen Flossen fehlen voll­ständig; nur ein schmaler weißlicher Rand säumt die Flossen. Zumeist ist die Flossen­ze­ich­nung der Män­nchen allerd­ings deut­licher und far­bkräftiger als die der Weibchen, auch ist die Dor­sale zuge­spitzter. Diese Merk­male sind auch bei halb­wüch­si­gen Tieren schon bald ausgeprägt.

Ver­wech­slungsrisiko:Wegen der Struk­tur– und Fär­bungs­beson­der­heiten in bei­den Geschlechtern ger­ing, wegen der getüpfel­ten, unpaaren Flossen, und Seit­en­flecken allen­falls mit rot­flos­si­gen linkei. P. pahuen­sis besitzt aber im Unter­schied zu jener Art immer eine runde Cau­dale ohne Fil­a­ment und nie eine rote Punk­t­zone auf den Kör­per­seiten, wie sie bei manchen P. linkei zu beobachten ist.

Vorkommen/​Verbreitung:P. pahuen­sis bewohnt im östlichen Tiefland Bor­neos (Kali­man­tan Timur), das großen­teils noch weniger erschlossen ist als andere Teile der Insel, die Bäche im Einzugs­ge­biet des Mahakam-​Flusses. Die Typus­lokalität liegt flussab­wärts jen­seits des Ortes Muara­pahu, dessen Name bei der Benen­nung der Art Pate stand. Das zuerst bekannt gewor­dene Vorkom­men bei Melak wies einen pH-​Wert um 5.0, eine geringe Resthärte um 3 Grad GH und eine Tem­per­atur von knapp 27 Grad C auf. Ein Vorkom­mensge­biet bei Jen­gan Danum besaß ähn­liche Wasser­w­erte. Obwohl der genetis­che Beweis bisher aussteht ist doch anzunehmen, dass es sich bei diesen Fun­dort­for­men um Vari­anten ein und der­sel­ben Art P. pahuen­sis han­delt.

Gefährdung: Kali­man­tan Timur weist noch eher als die west­lich anschließen­den Gebi­ete von K. Ten­gah und K. Barat Reste der natür­lichen Veg­e­ta­tion auf, wird aber den­noch zunehmend entwässert und zu agrarischen Zwecken genutzt. Deshalb ist auch diese Art trotz ihrer östlichen Ver­bre­itung stark gefährdet.

Entdeckung/​Ersteinfuhr:Angesichts ihrer entle­ge­nen Ver­bre­itungs­ge­bi­ete ist pahuen­sis rel­a­tiv spät ent­deckt wor­den: 1996 ent­deck­ten Dick­mann, Grams und Knorr die Fis­che bei dem Ort Melak. Sie wur­den auch als spec. Jan­tur Ger­meruh oder in der deutschen Erstveröf­fentlichung als „Honeymoon-​Prachtguramis“ beze­ich­net. An einem zweiten Fun­dort bei Jen­gan Danum wur­den die Fis­che eben­falls gefun­den. Die Erstzucht gelang G. Kopic (D); allerd­ings sind die Nachkom­men dieser ersten bekannt gewor­de­nen Tiere dann bald wieder ver­schwun­den. Erst 2007 fand das japanis­che „Team Bor­neo“ (H. Kishi et al.) die Tiere anlässlich einer Expe­di­tion in Kali­man­tan Timur wieder.

Han­del: Bis vor weni­gen Jahren ist die Art anscheinend nie im Han­del aufge­taucht, son­dern in Japan und Europa in kleinen Stück­zahlen pri­vat ver­bre­itet wor­den, so 2009, als H. Linke Tiere von H. Kishi aus Japan erhielt, ver­mehrte und an P. Finke und andere weit­er­gab. Heute wird die Art freilich gele­gentlich von eini­gen Ex– bzw. Impor­teuren ange­boten, wenn auch äußerst sel­ten (so 2011 z.B. in D und GB).

Haltung/​Zucht: Wie bei den anderen Pracht­gu­ramis, wen­ngle­ich offen­bar nicht so tol­er­ant und ver­gle­ich­sweise wenig anspruchsvoll wie die Schwest­er­art linkei. Als „Anfänger­fisch“ für Neulinge in der Prachtgurami-​Aquaristik eignet sie sich deshalb im Unter­schied zu ihrer Schwest­er­art weit weniger. Die Beach­tung der typ­is­chen Wasser­w­erte für die Prachtgurami-​Aquaristik ist deshalb hier sehr wichtig. Bisweilen ist sie schwer zur Fortpflanzung zu brin­gen, in anderen Fällen gelingt dies schneller. Noch liegen nicht sehr viele Erfahrun­gen vor.

Verhalten/​Besonderheiten:Kopf-​nach-​unten-​oder waagerecht-​Balzer. Es wer­den Stan­dard­höhlen aller Art angenommen.

Lit­er­atur:

Weblinks:

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