Hier stellen wir eine Auswahl häufig gestellter Fragen zusammen (FAQs)
Herkunftsgebiete und Naturschutz
Forschungs- und Sammelreisen
Exporte/Importe und Handel
Bezugsquellen für Prachtguramis
Identifikation
Das richtige Prachtgurami-Aquarium
Wasser
Futter
Haltung und Zucht
Krankheiten und andere Komplikationen
Herkunftsgebiete und Naturschutz
- Es gibt keine genauen Zahlen. Ist das Gerede über Gefährdung nicht übertrieben?
Sicherlich nicht. Es stimmt, dass es keine genauen Daten und Zahlen gibt, aber die Zerstörung der Naturlandschaften im alten Sundaland-Gebiet ist allgemein, unbestritten und ungebrochen. Die Gefährung wird dadurch nicht geringer, dass die meisten Arten und Formen noch Rückzugsräume haben. Die Restbiotope werden aber immer kleiner und damit instabiler.
- Kann man gezüchtete Paros wieder auswildern?
Definitiv nein. Paros sind Fische fließender Urwäldbäche und Moorsümpfe. Niemand kann und wird solche Biotope neu anlegen, wenn sie zerstört sind. Dafür fehlt jede Voraussetzung. Die einzige Möglichkeit ist, die Zerstörung zu verhindern, wo man sie verhindern kann. Außerdem sind unsere Kenntnisse über die tatsächlichen Arten und Varietäten und deren Verbreitung so lückenhaft, dass die Einbringung gezüchteter Tiere in die Rückzugsräume in der Natur schon aus genetischen Gründen unverantwortlich wäre.
Forschungs- und Sammelreisen
- Ich will nach Südostasien fahren. Wer fährt mit?
Melden Sie uns ihren Reisewunsch. Es kann gut sein, dass es interessierte Mitreisende gibt.
- Kann ich dort einfach Fische fangen und mitbringen?
Keineswegs. Wir würden dies bei uns auch nicht dulden. Die entsprechenden Bestimmungen des Ziellandes müssen unbedingt beachtet werden, z.B. das Vorliegen einer CITES-Bescheinigung. Wenn Sie diese Bestimmungen umgehen wollen, kann es Ihnen passieren, dass man Ihnen die entdeckten Fische abnimmt und eine Strafzahlung fällig wird. Bedenken Sie auch, dass es international wirksame Zoll- und Gesundheitsvorschriften gibt, dass also auch bei der Ankunft am heimatlichen Flughafen massive Schwierigkeiten zolltechnischer oder veterinärmedizinischer Art entstehen können. Alles, was Sie trotz dieses Wissens tun, tun Sie auf eigenes Risiko!
Exporte/Importe und Handel
- Sind alle Arten im Handel erhältlich?
Keineswegs. Der Handel mit Prachtguramis ist in er Regel kein Geschäft; deshalb sind Prachtguramiex- und importe eher selten und betreffen nur wenige Arten, die nach der Laichzeit gut gefangen werden können. Alle Tiere, die im internationalen Zierfischhandel auftauchen, sind also Wildfänge. Hier lohnt sich für die Beteiligten nur die Ausbeutung von guten Vorkommen, weshalb Parohandel ein Saisongeschäftmit wenigen Arten ist. Die Gefahr, dass durch die Abfischung ein Vorkommen ausgerottet wird, besteht kaum, denn Paros halten sich in der Regel nicht im freien Wasser auf, sondern in dichtem Gestrüpp der Uferzonen, wo sie in jedem Falle nur schwer erbeutet werden können und immer viele den Keschern entgehen. Hieraus erklärt sich auch, warum nur bestimmte Arten oder Varietäten plötzlich im Handel auftauchen und dann auch wieder “weg” sind.
- Es werden immer nur P. deissneri angeboten. Wir kommt das?
P. deissneri ist der Fisch, von dem man fast hundert Jahre lang glaubte, es sei die einzige Prachtguramiart. Noch heute ist dieser Name populär, aber den dazugehörigen Fisch kennt fast niemand. Im Handel ist der echte deissneri, der auf den Inseln Bangka und Belitung endemisch ist, bis vor kurzem nie aufgetaucht, obwohl fast alle Paros, die gehandelt wurden und werden, so genannt werden. Mittlerweile hat es einige wenige Handelsvorgänge mit echten deissneri gegeben. Dennoch: Auch heute noch gewinnt fast jeder eine Wette, der behauptet, dass die als “deissneri” im Handel bezeichneten Fische keine deissneri sind. Allerdings wird dazugelernt. In jüngster Zeit bemühen sind die Ex- und Importeure, den angebotenen Fischen tatsächlich die zutreffenden Namen zu geben.
- Was kosten Prachtguramis?
Die Ansicht: “Große Fische teuer, kleine Fische billig” ist falsch. Eher schon gilt: “Häufige Fische sind billig, seltene Fische aber teuer”. Paros sind seltene Fische.
- Wie gut kann man Paros verschicken?
Grundsätzlich gut bis sehr gut, besser als viele andere Zierfische. Das liegt daran, dass es kleine, sehr ruhige Fische sind, die nicht dauernd umherschwimmen. Dass es sich um Labyrintfische handelt, die zwar ihr Labyrinth kaum benutzen, aber dies doch können, wenn es sein muss. Und dass es Fische sind, die eher vorübergehend zu niedrige Temperaturen (ca. 16 – 21 Grad C) gut vertragen als zu hohe (ab 29 Grad C). Am sichersten verschickt man Paros allerdings nur zur warmen Jahreszeit bei Außentemperaturen über 15 und unter 30 Grad C. Sonst muss man eine gut gegen Kälte oder Wärme isolierende Verpackung wählen. Am besten eignen sich kleine Plastikflaschen oder -dosen mit dicht schließendem Schraubdeckel, die nicht zusammengedrückt oder leicht zerstört werden können wie Plastikbeutel. Pro Behälter sollten nicht mehr als zwei Tiere versandt werden. Ein oder zwei gewässerte Blätter tragen erheblich zur Ruhe der Tiere bei
Identifikation
- Welche Art habe ich eigentlich?
Diese Frage ist oft nicht leicht zu beantworten. Ohne gute (!) Fotos von Männchen im Prachtkleid geht es schon gar nicht. Vielfach gibt es in Händlerbecken nur schlecht ernährte, wegen fehlender Versteckmöglichkeiten blasse Tiere zu sehen, die kaum bestimmt werden können. Ansonsten sind strukturelle Artmerkmale (Körperform, Flossenformel, Besonderheiten wir Flossenfilamente etc.) immer verlässlicher als Farbkennzeichen. Wenn Sie nur nicht ausgewachsene junge oder nur weibliche Tiere haben, geht es schon meist gar nicht, diese auf Artniveau zu bestimmen.
Bezugsquellen für Prachtguramis
- Wo bekomme ich überhaupt Prachtguramis?
Am besten erwirbt man junge, gesunde Fische direkt vom Züchter. Schreiben Sie uns, aber bedenken Sie: Wünsche nach bestimmten Arten sind oft nicht erfüllbar.
Das Parosphromenus-Projekt beabsichtigt, ab 2012 in Deutschland einen Distributions-Service aufzubauen, durch den Nachzuchttiere bestimmter, für den Paro-Anfänger gut geeigneter Arten erworben werden können.
Gelegentlich tauchen Paros auch im Zoohandel auf; es handelt sich fast sämtlich um Wildfänge (heranwachsende Jungfische der letzten Brutsaison). Wir weisen aktuelle Bezugsquellen nach, wenn uns Informationen vorliegen. Haben Sie Informationen über solche Angebote: bitte melden! Das Artenspektrum im Handel ist aber auf aktuelle Saisonfische begrenzt und die Artdetermination ist oft falsch. Erwerben Sie nur gesund aussehende Tiere, nicht solche, die wochenlang nicht angemessen gehalten wurden. Auch wenn sie im Händlerbecken oft keine Prachtfarben zeigen, wird sich das im ruhigen Becken schnell ändern.
- Ich habe Einzeltiere. Wohin damit?
Melden Sie sich! Wir kennen vielleicht Personen, denen genau diese Tiere fehlen! Immer erst fragen, bevor man solche Tiere zu einem Zoohändler bringt oder in einem Gesellschaftsaquarium verschwinden lässt.
- Wo wohnt der nächste Parofreund in meiner Umgebung?
Das ist oft die Frage. Fragen Sie, wir führen eine Landkarte der uns bekannten Halter und Züchter dieser Fische.
Das richtige Prachtgurami-Aquarium
- Welche Pflanzen sind für Prachtgurami-Aquarien geeignet?
Die extremen Wasserwerte, die Paros vertragen, sind für viele Wasserpflanzen kaum noch erträglich. Im Bereich pH 5.00 bis 7.00 können noch relativ viele Pflanzen existieren, darunter nur noch einige Moose. Die Armut der Wässer an gelösten Inhaltsstoffen ist für Pflanzen gleichbedeutend mit Nährstoffarmut, wenn nicht zugleich kontinuierliche Nährstoffquellen vorhanden sind. In der Natur ist dies kein Problem, da es sich um fließende Gewässer handelt, im Aquarium aber schon. Die Verwendung von flüssigen oder festen Nährsalzen scheidet aus, weil hiermit die Leitfähigkeit wieder erhöht würde, die niedrig bleiben soll. Schließlich kommt auch noch hinzu, dass Paros keine große Helligkeit lieben. Hier hilft nur eine strenge Beschränkung der Pflanzenauswahl.
Immerhin bleiben nicht wenige Pflanzen übrig, mit denen man sehr attraktive kleine Becken dekorieren kann.
Wasser
- Wie eng muss man die Wasserwerte sehen?
Erwachsene Paros, noch mehr junge Paros, die fast ausgewachsen sind, haben eine gewisse Plastizität, mit der sie sich innerhalb gewisser Grenzen auch an grenzwertige Verhältnisse anpassen können. Kleine Jungfische aber können das nicht. Und erst recht können es die Eier der Paros nicht. Wer Paros züchten möchte, sollte deshalb die Wasserwerte sehr genau nehmen. Auch hier gibt es Spielräume, aber sie sind eng und dürfen nicht überschritten werden.
- Wie häufig muss ich Wasserwechsel durchführen?
Möglichst häufig. Gute Züchter zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie “alle paar Tage” das Wasser in ihren Zuchtaquarien wechseln. Man muss bedenken: Paros sind Fische aus Fließgewässern. Allerdings kann man durch gute Filterung, besonders auch gute, angepasste Bepflanzung (Ceratopteris) viel dafür tun, das Wasser der Zuchtbecken länger nutzbar zu halten. Eine gute Kontrolle kann durch Keimtests erfolgen. Wer durch sparsame, sorgfältige Fütterung und wirksame Ceratopteris-Schwimmpflanzen sein Wasser pflegt, kann u.U. mehrere oder sogar viele Wochen ohne Wasserwechsel überstehen. Um allerdings die Laichbereitschaft auszulösen, ist immer eine kräftiger Wasserwechsel anzuraten.
Futter
- Fressen die Fische wirklich nur Lebendfutter?
Nicht ganz. Oft fressen sie auch Frostfutter. Aber das war einmal Lebendfutter, nur ist es jetzt tot: gefrostet. Wir raten von ihm aber grundsätzlich ab! Trockenfutter wird nicht angerührt. Es soll zwar schon mal vorgekommen sein, dass einige Paros auch zeitweise Trockenfutter gefressen haben, aber dies ist in jedem Falle die große Ausnahme. Experimente damit sind nicht anzuraten. Damit strapaziert man nur das Wasser und die Fische. Insofern gilt: Das Lebendfutterproblem muss gelöst sein, wenn man mit Paros anfangen will.
- Welches Lebendfutter ist das beste?
Keines ist das beste, Abwechslung ist immer anzuraten. Aber es gibt einige gut geeignete Lebendfuttersorten. An erster Stelle stehen weiße und schwarze Mückenlarven, wenn sie verfügbar sind. Kleines im Freiland gefangenes Futter ist fast immer besser als Zuchtfutter, da es sich selbst vielfältiger ernähren konnte. Aber es gibt gut geeignete Zuchtfuttertiere, in erster Linie Artemia und Moina. (Zuchtanleitungen geben wir hier nicht). Auch Grindalwürrmchen sind zur Entwicklung eines Laichansatzes und zur gelegentlichen Abwechslung gut, nicht als Dauerfutter. Für kleinste Jungfische kommen Rädertierchenzuchten infrage, aber auch Zuchten von Pantoffeltierchen. Sehr gut geeignet sind auch Essigälchen. Mikro eher weniger.
- Welches Lebendfutter ist ungeeignet?
Alles, was zu groß, zu fett oder zu schadstoffbelastet ist: sehr große Schwarze Mückenlarven, grundsätzlich Rote Mückenlarven. Auch Tubifex sollte wegen der Gefahr der Einschleppung von Schädlingen gemieden werden. Große Daphnien sind ungeeignet, kleinere werden wegen ihrer Hartschaligkeit mitunter ungern gefressen, manchmal aber durchaus. Ungeeignet ist auch Anflugfutter (Drosophila), weil Paros keine Oberflächenfische sind. Sie holen sich ihre Nahrung im freien Wasser und fast nie von der Wasseroberfläche.
- Was ist mit Frostfutter?
Wir raten davon ab. Viele Paros verhalten sich zeitweise sehr stationär und schwimmen wenig aktiv umher. Frostfutter würde in vielen Fällen zu lange im Aquarium liegen, bevor es entdeckt wird, und das Wasser verderben. Wir raten daher von solchem Frostfutter grundsätzlich ab, weil es leicht “ausblutet”. Wenn es nicht sofort gefressen wird, belasten Sie damit die kleinen Wasserkörper Ihrer Parobecken sehr erheblich. Sie merken nicht so schnell, wie das Wasser verdirbt. Dann kann es aber schon zu spät sein.
Haltung und Zucht
- Sind Prachtguramis für ein Gesellschaftsaquarium geeignet?
Für normale Gesellschaftsaquarien sicherlich nicht.
- Paros und Garnelen: Geht das zusammen?
Teils teils.
- Ich habe Jungfische abzugeben. Was mache ich?
Dies melden! Es gibt meistens irgendwo Parofreunde, die einen teil Ihrer Jungfische gern abnehmen, da sie selbst Probleme haben, Prachtguramis zu bekommen.
Krankheiten und andere Komplikationen
- Was tun bei Krankheiten?
Möglichst schnell handeln ist der beste Rat. Herauszubekommen versuchen, was der Fisch hat, ist oft nicht einfach. Man kann aber davon ausgehen, dass in mehr als 50% der Fälle Oodinium die Ursache ist, auch wenn man lange Zeit nichts Genaues sieht. Ja eher eine Bekämpfung mit 2-amino-5-nitrothiazol („Heca-Ex“, „Spirohexol“ etc.) erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen.